Von Abschieden, Ankunft und vielen ersten Malen

"When was the last time you did something for the first time?"

Eigentlich bin ich ein totaler Gewohnheitsmensch mit einem festen Wochenrhythmus, mit dem ich mich immer sehr wohlgefühlt habe. Umgeben von Menschen, die ich größtenteils schon Jahre lang kenne und sehr schätze. Ich bin sogar so schlimm, dass ich mich im Restaurant schwer damit tue, mal etwas Neues auszuprobieren und lieber auf Nummer sicher gehe, damit es auch auf jeden Fall schmeckt. Mit spannenden, aufregenden Dingen, die ich zum ersten Mal getan habe, sah es in den letzten Jahren bei mir deshalb immer eher mäßig aus. Seit ein paar Wochen ist das anders und ich tue quasi ständig Dinge zum ersten Mal.

Angefangen damit, dass ich vor einiger Zeit damit beginnen musste, mich zum ersten Mal von meinem gewohnten Leben in Deutschland zu verabschieden. Ich musste meinen Nebenjob hinter mir lassen, in dem ich immer so gerne gearbeitet habe, meine Babysitterfamilie und schließlich musste ich mich auch von meinen Liebsten für eine längere Zeit verabschieden. Von diesen wurde ich dann auch das erste Mal in meinem Leben so richtig überrascht und zwar in Form von einer Abschiedsparty mit der ich tatsächlich so überhaupt gar nicht gerechnet habe und die vielleicht auch vor allem deshalb einfach wunderschön war und mir wohl immer in Erinnerung bleiben wird. Dann musste ich zum ersten Mal meine Koffer für mehrere Monate packen, was definitiv eine logistische Herausforderung darstellte. Und schließlich musste ich mich am Flughafen zum ersten Mal für eine so lange Zeit von meinem Vater verabschieden, um zum ersten Mal alleine in ein Flugzeug zu steigen und in ein anderes Land zu fliegen. Und erst nach diesen ganzen ersten Malen hat mein Abenteuer eigentlich richtig angefangen. Denn als ich dann am 12.08. tatsächlich im Flugzeug Richtung Stockholm saß, wurde mir erst richtig bewusst, dass ich gerade für 10 Monate in ein Land fliege, dessen Sprache ich absolut nicht sprechen konnte und das mich gleich eine Familie am Flughafen abholen würde, die ich persönlich noch nie gesehen hatte. Als ich dann am Flughafen tatsächlich zum ersten Mal auf meine Gastfamilie traf, wusste ich allerdings ziemlich schnell, dass mich mein erstes Gefühl über Nachrichten und Videocalls nicht getäuscht hatte, denn wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut. Zu meiner Erleichterung waren auch die drei Mädels sofort total offen und haben mich dann auch genauso schnell in ihr Herz geschlossen, wie ich sie in meins. Von Anfang an habe ich mich in dem Haus auf dem traumhaften Grundstück, bei dessen Ausblick ich mich noch immer jeden Morgen kneifen muss, überhaupt nicht fremd gefühlt. Was kann ich nun also insgesamt sagen, über meine ersten 1,5 Wochen hier in Schweden? Ich habe mich auf den ersten Blick in den wunderschönen Ort Danderyd verliebt, in dem ich lebe. Ich habe die ersten Kindertränen getrocknet, die ersten Streits geschlichtet und Dank meiner drei Mädels meine ersten Worte schwedisch gelernt. Ich war zum ersten Mal in Stockholm, in einer Stadt, die mich vom ersten Augenblick an fasziniert und verzaubert hat, weil sie so unfassbar schön ist. Ich habe die ersten anderen Aupairs getroffen und gespürt, dass es manchmal auch mit eigentlich fremden Menschen einfach passt. Ich habe angefangen mich in den Alltag einer ganz neuen Familie einzufinden und bin jetzt schon so oft über meinen Schatten gesprungen und habe Neues ausprobiert.

Insgesamt würde ich tatsächlich sagen: Ja, ich bin verdammt glücklich gerade. Weil ich voller Optimismus spüre, dass ich hier eine der besten Zeiten meines Lebens haben kann und gleichzeitig weiß, ich kann nach dieser Zeit ohne Probleme zurückkehren zu den tollsten und liebsten Menschen Zuhause und habe deren volle Unterstützung.


























































































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