Von Halloween, Zuhause und dem ersten Schnee

Wie bereits am Ende des letzten Blogbeitrages erwähnt, warteten in diesem- meinem dritten Monat in Schweden- wieder einige Highlights auf mich. Und mit einem der größten ging es direkt zu Beginn des Monats los. Zusammen mit zwei Freundinnen fuhr ich an einem Samstag in den Tyresta Nationalpark und wir waren mit der Fahrt, dem Wandern und natürlich einigen Snackpausen den ganzen Tag unterwegs. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter und die Natur war einfach so unfassbar schön, dass wir mehrfach sprachlos waren und die Ausblicke einfach genossen haben. Auch wenn ich gar nicht so viel sagen kann, weil es schwer ist, die wunderschöne Natur dort in Worte zu fassen, gehörte dieser Ausflug definitiv zu einem meiner liebsten Momente in Schweden bisher. Nach diesem Ausflug rückte dann auch schon so langsam Halloween näher und wenn man mit Kindern zusammenlebt, erlebt man "Feste" dieser Art doch wieder deutlich intensiver. So habe ich mit meinen drei Mädels Halloweendeko gebastelt, einen Kürbis geschnitzt, Gespenster und Kürbisse gebacken und schließlich sogar eine kleine Halloweenparty gefeiert. Vorher habe ich aber schon mit meinen Freundinnen Halloween zelebriert. Wir waren nämlich zu den Halloweentagen im Gröna Lund, einem Freizeitpark mitten in Stockholm. Verkleidete Menschen, zahlreiche Kürbisse und Achterbahnfahren im Dunkeln haben auf jeden Fall für das richtige Feeling gesorgt. Ein weiteres Highlight, eine Fährfahrt nach Tallinn mit mehrtägigem Aufenthalt, das ich mit meinen Freundinnen für die schwedischen Herbstferien geplant hatte, musste auf Grund von sehr hohen Inzidenzen in Tallinn leider ausfallen. Als wir beschlossen hatten, die Reise abzusagen, ließ mich der Gedanke nicht los, meine Liebsten in der Heimat in Deutschland zu überraschen und da Flüge so spontan einfach zu teuer waren, buchte ich nicht einmal eine Woche vorher eine Busfahrt nach Deutschland und zurück inklusive mehrstündigem, nächtlichem Aufenthalt in Göteborg auf der Hinfahrt. Ungelogen, vor einigen Monaten hätte ich selbst nicht gedacht, dass ich so etwas mal so spontan und alleine machen würde. Einige Tage später saß ich dann tatsächlich im Bus Richtung Deutschland und bis auf wenige Ausnahmen wusste niemand davon. Ich war voller Vorfreude, aber gleichzeitig war ich auch etwas besorgt, wie es wohl sein würde, wieder in Deutschland zu sein, alle wiederzusehen und vor allem, wie sich der Abschied nach der Woche anfühlen würde und ob ich mit einem guten Gefühl zurück nach Schweden reisen würde, oder gar nicht mehr zurück möchte...In Deutschland angekommen gab es einige sehr überraschte Gesichter und schöne Reaktionen auf meinen Besuch, aber nach diesen Überraschungen fühlte sich alles sehr schnell an wie immer. Zugegeben, anfangs habe ich mich dabei erwischt, wie ich von dieser Tatsache beinahe enttäuscht war, aber dann habe ich daran gedacht, dass ich mein Leben und vor allem die Menschen und Beziehungen in meinem Leben ja auch vor meiner Abreise nach Schweden schon sehr geliebt habe und dass es doch eigentlich ein sehr schönes und beruhigendes Gefühl ist, dass ich weiß, dass die Menschen, die in Deutschland ihr Leben weiterleben und auch ich mich gar nicht so sehr verändern und dass ich nächsten Sommer vermutlich ohne große Schwierigkeiten zurück in mein "altes Leben" kehren kann. Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass die Woche in Deutschland unglaublich gut tat. Ich habe fast alle Menschen gesehen, die mir wichtig sind und die wenigen, bei denen ich es leider nicht geschafft habe, die werde ich an Weihnachten sehen, was ja nun tatsächlich auch gar nicht mehr soweit weg ist. Ich habe jedes Treffen sehr genossen und versucht aufzusaugen und vermutlich habe ich es am Ende eben doch viel intensiver erlebt, als wenn ich nie weggewesen wäre und das allein ist doch schon eine schöne Veränderung. Der Abschied fiel mir zum Glück trotzdem nicht wirklich schwer, was vermutlich daran liegt, dass der nächste Besuch ja nicht mehr weit weg ist und ich mich tatsächlich -zum Glück- auch wirklich sehr auf Schweden gefreut habe. Und auch wenn Stockholm natürlich kein bisschen mit dem Gefühl zu vergleichen ist, dass mir meine norddeutsche Heimat gibt, fühlte sich die Rückreise letztliche trotzdem fast wie "Nachhause kommen" an- meinen wundervollen Freundinnen hier und meiner tollen Gastfamilie sei Dank. Ich weiß, ich habe im letzten Blogeintrag schon viel zum Thema Dankbarkeit gesagt, aber ich muss einfach nochmal betonen: Was ist es bitte für ein Glück, gleich an mehreren Orten dieser Welt so wundervolle Menschen zu kennen? Die Busfahrten waren zwar lang und anstrengend, aber es hat sich definitiv gelohnt und ich bereue es kein bisschen. Trotzdem freue ich mich, dass ich an Weihnachten von Stockholm nach Hamburg fliege! Der größte merkliche Unterschied zwischen Deutschland und Schweden waren für mich wohl die Temperaturen. In Schweden war es schon vor meinem Besuch in Deutschland relativ kalt und so fühlte sich die Reise nach Deutschland beinahe nach einem Sommercomeback an, aber als ich dann zurück nach Schweden kam, war es richtig kalt. Und als ich dann am Montagmorgen auf der schwedischen Autobahn im Bus saß, fielen doch tatsächlich die ersten Schneeflocken. Zwar blieb noch nichts liegen, aber trotzdem sind hier seit dieser Woche fast durchgehend Temperaturen um die 0 Grad. Ja, es wird langsam verdammt kalt und dunkel hier oben im Norden und ich bin immer noch nicht ganz sicher, ob ich dafür bereit bin...

Ansonsten bestand dieser Monat aus vielen Tagen, an dem ich ein krankes Kind Zuhause hatte und somit quasi den ganzen Tag im Dienst war. Ohrenbetäubendes Weinen und Schreien auf Grund von Schmerzen, viel Naseputzen und Zäpfchen geben inklusive. Aber langsam merke ich, dass ich mich in den Familienalltag hier immer besser einfinde, dass ich immer selbstverständlicher Aufgaben übernehme und vor allem die Kinder auch immer besser kenne und weiß, wie ich in bestimmten Situationen am besten reagiere. Das Aupairsein ist ein Prozess, der vermutlich in diesem Jahr niemals aufhören wird, aber ich merke jetzt schon, dass es viel mehr braucht als am Anfang, um mich aus der Ruhe zu bringen. Und so konnte ich gemeinsam mit den Mädels auch die Krankheitstage sehr gut meistern.













































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