Von Träumen, Schicksal und dem richtigen Bauchgefühl

Eigentlich träume ich schon seit der Schulzeit davon, als Aupair ins Ausland zu gehen. Geschuldet ist das wohl vor allem meiner Liebe zur Arbeit mit Kindern und YouTube-Videos von ehemaligen Aupairs, die ich zu der damaligen Zeit verschlungen habe und die in mir ein Gefühl von "Das will ich auch" ausgelöst haben. Als dann tatsächlich das Abi vor der Tür stand, durchkreuzte aber, wie so oft, das Leben meine Pläne und es wäre einfach nicht der richtige Moment gewesen für eine längere Zeit ins Ausland zu gehen. Also begann ich mein Studium, doch der Gedanke an eine Zeit als Aupair im Ausland verschwand nie so ganz. Als sich dann auch noch das Studium dem Ende zuneigte, wurde der Gedanke nochmal sehr präsent. Das Aupair-Land Nummer 1, die USA, kamen für mich persönlich für einen längeren Aufenthalt nie wirklich in Frage und so beschloss ich direkt ganz ans andere Ende der Welt, nach Neuseeland zu gehen. Aber dann kam wieder das Leben, hier in Form von Corona, dazwischen und Neuseeland schloss auf unbestimmte Zeit seine Grenzen. Ich, als Mensch, der bei der Planung eines solchen Abenteuers doch eine gewisse Sicherheit braucht, schob den Plan wieder nach ganz hinten und hatte in meinem Kopf eigentlich sogar schon gänzlich mit meinem Vorhaben abgeschlossen. Mir war klar: "Wenn ich erstmal im Berufsleben stehe, werde ich sowieso nicht mehr gehen." Doch dann passierte etwas, was sich für mich irgendwie nach Schicksal, oder nach dem bekannten "Wink mit dem Zaunpfahl" anfühlte. Schon vor dem ganzen Neuseelandplan hatte ich mir ein Profil auf AuPairWorld zugelegt. Für alle "Nicht-Aupairs": Das ist keine Agentur, die gegen Geld bei der Planung und Organisation des Auslandsaufenthaltes hilft, sondern eine kostenlose Website, die man sich als "Datingplattform" für Aupairs und Gastfamilien vorstellen kann. Aus meiner Perspektive bedeutete das: Ich konnte mir Profile von Gastfamilien ansehen, bei Interesse Kontakt aufnehmen und wenn es passt matchen- oder es eben sein lassen. Ich war damals eigentlich gar nicht ernsthaft auf der Suche, denn nach Neuseeland oder ein ähnlich weit entferntes Land, für das man ein Visum braucht, wäre ich eh mit Agentur gegangen, aber ich wollte mir einfach mal angucken, was es so für Gastfamilien gibt und wo überall- halt einfach mal den Markt checken, ganz wie beim Dating. Ich war nach der Neuseelandsache dann auch ewig nicht mehr auf AuPairWorld und hatte mein Profil schon beinahe vergessen, als mir aus dem Nichts eine Mail verriet, dass ich eine Nachricht von einer interessierten Gastfamilie bei AuPairWorld erhalten habe. Natürlich war mein Interesse geweckt, ich loggte mich also seit Ewigkeiten wieder ein und las eine superliebe Nachricht. Ich schaute mir direkt das Profil der Familie an und es klang eigentlich alles zu perfekt um wahr zu sein. Schweden klang für mich auch super. In diesen unberechenbaren Zeiten ist es nicht zu weit weg von Zuhause und für die skandinavischen Länder hatte ich sowieso schon immer ein Faible. Also dachte ich mir: "Lern die Familie doch mal kennen, du hast ja nichts zu verlieren." Und so verabredete ich mich schon am nächsten Tag mit der Mutter zu einem Videocall. Da das mein erster war, war ich natürlich unglaublich aufgeregt, aber wir verstanden uns von der ersten Minute an so unfassbar gut, dass sie es mir wirklich einfach machte. Mein Bauch schrie eigentlich schon nach diesem Gespräch ziemlich laut "Yes!". Aber natürlich wollte ich nichts überstürzen, schließlich war das die erste Familie, die ich überhaupt kennengelernt hatte. Ein Entschluss stand nach dem Gespräch aber auf jeden Fall fest. Ich werde als Aupair ins Ausland gehen. Denn: "Wenn nicht jetzt, wann dann?", diesmal war der Zeitpunkt, abgesehen von Corona, nämlich einfach perfekt. Ich lernte dann in einem zweiten Videocall auch schon sehr schnell die Kinder und den Vater der Familie kennen und mir wurde das gesamte Haus inklusive eines mega schönen Grundstücks direkt am Meer gezeigt und es gab einfach nichts auszusetzen. Als mir dann die Mutter auch noch eröffnete, dass sie mich sehr gern als ihr Aupair hätten, war ich beinahe überfordert und konnte es kaum glauben. Aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass ich einfach noch Vergleiche brauchte. Also lernte ich noch andere Familien aus Schweden kennen, einige nur über Nachrichten, mit anderen hatte ich Gespräche über etliche Videoplattformen, die auch sehr nett waren, aber das Bauchgefühl, dass ich bei der ersten Familie hatte, kam einfach nie wieder. Als ich dann auch noch ihr ehemaliges Aupair kennenlernte, die ebenfalls nur von der Familie schwärmte, musste ich einfach zusagen und meinem Vorhaben, für ein knappes Jahr nach Schweden zu gehen stand nichts mehr im Wege. Tatsächlich wurde also diese erste Familie, die mir geschrieben hatte, als der Aupair-Plan eigentlich schon wieder begraben war, wurde also tatsächlich meine zukünftige Gastfamilie. Und diesmal durchkreuzte das Leben (bisher) auch nicht meine Pläne. Der Flug ist gebucht und in weniger als einem Monat geht es nun tatsächlich für 10 Monate nach Stockholm. Ich werde dort auf drei sehr süße Mädchen aufpassen (7, 5 und 2,5 Jahre alt), eine neue Sprache lernen, hoffentlich viele tolle Menschen treffen und wichtige Erfahrungen sammeln. Ich freue mich, meine Erlebnisse und Gedanken hier festzuhalten und wenn du magst, auch mit dir zu teilen :)!


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